adelphi schärft seine Profile mit neuer Struktur
News vom 26. Jan. 2026
News vom 20. Dez. 2024
adelphi trieb 2024 die sozial-ökologische Transformation unter anderem durch wichtige Energiepartnerschaften, Empfehlungen zur Wassersicherheit und Friedensförderung und Aktivitäten zur Müllreduktion voran. Zudem unterstützte adelphi nachhaltige Unternehmen bei der Finanzierung und beriet Banken bei der Klimafinanzierung.
Das 21. Jahrhundert ist geprägt von drei großen planetaren Krisen: der Klimakrise, der globalen Verschmutzung und dem Verlust der Biodiversität. Die Prognosen sind alarmierend: Ein Anstieg der globalen Temperatur um 3,1°C und Anpassungskosten, die bis 2035 auf über 187 Milliarden Euro geschätzt werden. Bis 2050 könnten die durch Abfall verursachten Kosten auf 748 Milliarden Euro anwachsen und maritime Kunststoffe könnten jährlich 23-37 Millionen Tonnen erreichen. Täglich sterben etwa 150 Arten aus, eine Million Arten sind bedroht.
Diese Krisen bringen weitere Probleme mit sich, wie Infektionskrankheiten, steigende Meeresspiegel, Klimaflucht und Arbeitslosigkeit. Auch im Jahr 2024 arbeitete adelphi daran, eine nachhaltige Zukunft innerhalb der planetaren Grenzen zu sichern. Dafür bekamen wir auch den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024.
adelphi stellt sich diesen Herausforderungen und nimmt es sich zu Aufgabe, im Umgang mit diesen Krisen einen wichtigen Beitrag zu leisten. Einige Highlights von 2024 wollen wir hier noch einmal Revue passieren lassen.
Im Februar 2025 wird eine neue deutsche Regierung gewählt - klar ist, dass eine effektive Klimaanpassung auch in Deutschland nur mit einem umfassenden Konzept für den KIimaschutz und internationaler Zusammenarbeit erreicht wird. Auf internationaler Ebene droht jedoch mit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ein besorgniserregender Wandel in der US-Klima- und Umweltpolitik. Umso wichtiger wird der Aufbau von Klimaallianzen und Partnerschaften zur Dekarbonisierung, was das Team zur Zusammenarbeit von Deutschland, den USA und Kanada über The Clean Economy Bridge erfolgreich zeigt.
Ein positives Signal sind die in diesem Jahr entstandenen Kooperationen: Die „Energiepartnerschaft“ zwischen Australien und Deutschland wurde zu einer „Energie- und Klimapartnerschaft“ ausgebaut, die adelphi leitend in einem Konsortium unterstützt. Beide Regierungen verpflichteten sich dazu, gemeinsam eine H2Global-Ausschreibung in Höhe von 400 Millionen Euro zu finanzieren, die die Produktion und den Export von erneuerbarem Wasserstoff von Australien nach Deutschland unterstützt. Auch Japan und Korea sind wichtige Akteure bei der Produktion von grünem Wasserstoff. Eine adelphi Studie untersucht, wie diese Länder die Wasserstoffproduktion durch quadrilaterale Zusammenarbeit vorantreiben können. Korea ist zudem mit der EU eine Grüne Partnerschaft eingegangen, die adelphi ebenfalls in einer Partnerrolle umsetzt.
Die COP29 in Baku fand in einem geopolitisch angespannten Umfeld statt und führte zu gemischten Ergebnissen. Trotz der Vereinbarung eines neuen Klimafinanzierungsziels von 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr ist dies bei weitem nicht ausreichend, um die notwendigen Maßnahmen umfassend zu finanzieren. Auch adelphi research war bei Panel Diskussionen zu grundlegenden Fragen der Klimamigration, sozialer Kipppunkte und Klimasicherheit zugegen. Vorher fand die Berlin Climate and Security Conference (BCSC) statt, die vom Auswärtigen Amt und adelphis Climate Diplomacy and Security Team organisiert und ausgerichtet wurde. An der Veranstaltung nahmen mehr als 280 Personen vor Ort und über 2.000 online mit 50 Speaker*innen teil. Dabei betonte Außenministerin Annalena Baerbock die nötige Integration von Klimarisiken in Friedensbemühungen und UN-Vertreterin Carolyn Rodrigues-Birkett forderte die Aufnahme der Klimakrise in die UN-Sicherheitsratsagenda. Für viele Länder, die durch Konflikte, Krieg und Klima vor einer Krise stehen und verstärkte internationale Unterstützung benötigen, ist dies entscheidend.
Wassersicherheit hat das Potenzial, Frieden zu fördern. Angesichts zunehmender Dürren und Trinkwassermangel wird es immer wichtiger, die Widerstandsfähigkeit der Wasserversorgung durch Techniken wie Regenwassernutzung, Wasseraufbereitung für die Landwirtschaft und Meerwasserentsalzung zu stärken. adelphi hat in Brasilien im Rahmen des B-WaterSmart-Projekts Workshops zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Regierung, Wasserversorgern, NGOs und Gemeinschaften zur Bewältigung von Wasserknappheit und -verschmutzung durchgeführt. Dazu müssen bestehende Infrastrukturen zur Wasseraufbereitung und -wiederverwendung sowie die Koordination in der Wasserwirtschaft verbessert werden. Die Jugendbeteiligung zur Wassersicherheit gewinnt auch immer mehr an Bedeutung. In einem adelphi-Podcast kam Aktivistin Marta Zaragoza Navarro zu Wort und betonte: „Wir sind nicht die Zukunft. Wir sind die Gegenwart.“
Der Verlust von Lebensräumen und der Rückgang von Arten in Europa gefährden sowohl die Biodiversität als auch die landwirtschaftliche Produktion. adelphi research hilft Landwirt*innen dabei, mehr Unterstützung bei der ökologischen Leistung zu erhalten. Viele Projekte schützen Arten und Lebensräume in Europa, sind aber größtenteils unbekannt. Das will adelphi mit den Natura 2000 Awards vom weltweit größten Schutzgebietsnetzwerk verändern. Bei der von adelphi organisierten Preisverleihung werden ebendiese wichtigen Projekte zum Naturschutz belohnt. Im Juni 2024 wurde das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur beschlossen, welches alle EU-Länder dazu verpflichtet, Ökosysteme bis 2050 zu sichern. Durch Stakeholder-Initiativen und Dialogprozesse hilft adelphi bei der Umsetzung und bringt die Berliner Biodiversitätsstrategie 2030 voran.
Es ist längst klar, dass wir mit den Folgen der Erderwärmung leben müssen. Immer mehr deutsche Kommunen integrieren die Klimafolgeanpassung und stellen Klimaanpassungsmanager*innen ein. Durch einen von adelphi verfassten Leitfaden erhalten sie wertvolle Einblicke und Werkzeuge. Im Rahmen der Woche der Klimaanpassung können diese Maßnahmen sichtbar gemacht werden und in großen Runden wie dem ZEIT WISSEN Kongress diskutieren Akteure ihre mögliche Umsetzung.
Bis 2030 werden in der ASEAN-Region 405 Millionen Menschen in Städten leben, die von klimabedingten Gefahren bedroht sind. In einer Studie von adelphi research werden folgende Empfehlungen vorgestellt: nachhaltige Stadtentwicklung, Katastrophenrisikomanagement und eine verstärkte Zusammenarbeit. Aber auch weitab von der Stadt, in den zentralasiatischen Gebirgen, müssen die Lebensgrundlagen beispielsweise durch Frühwarnsysteme gewährleistet werden.
Die EU-Wahlen rückten den European Green Deal in den Fokus, wie das "Fit for 55"-Paket, das darauf abzielt, die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu senken und das EU-Emissionshandelssystem auf Gebäude und Verkehr auszuweiten. adelphi setzt sich stark für einen gerechten Übergang ein, der soziale Auswirkungen abmildert, damit niemand zurückbleibt. adelphi unterstützt tatkräftig das weltweite Engagement für den Emissionshandel als kosteneffizientes Instrument zur Reduzierung von Emissionen, und das mit Erfolg: Seit diesem Jahr gibt es 36 funktionierende Emissionshandelssysteme, die 18 Prozent der globalen Emissionen abdecken, mit weiteren 22 in der Entwicklung.
Die Müllreduzierung wird immer mehr zu einem zentralen Thema im globalen Diskurs. adelphi research setzt sich in verschiedenen Projekten gegen Meeresmüll ein, schärft das Umweltbewusstsein von Menschen gegenüber Umweltverschmutzung und führt Schulungen zu Abfallmanagement durch. Gleichzeitig fördert adelphi nachhaltigen Konsum koordiniert Challenges für Bürger*innen und erstellte eine Studie mit 50 Maßnahmen, um den CO2-Fußabdruck von Haushalten zu reduzieren.
Bei der vierten Verhandlungsrunde zum globalen Plastikabkommen in Ottawa wurden Studien von adelphi research wie die "Plastic Pollution Treaty Financing Toolbox" von vielen Delegationen genutzt und auf den sozialen Medien geteilt und heruntergeladen. Doch trotz Fortschritten bei den Verhandlungen bestehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten über die besten Maßnahmen zur Eindämmung der Plastikverschmutzung, sodass auch die eigentlich letzte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgeschlossen wurde und eine weitere notwendig sein wird. Auch hier wird adelphi research wieder die Dominikanische Republik und Costa Rica bei den Verhandlungen unterstützen.
Nicht nur die Gesellschaft, sondern vor allem die Wirtschaft muss die nachhaltige Transformation voranbringen. In Deutschland gibt es ein neues Energieeffizienzgesetz, das öffentliche Einrichtungen und energieintensive Unternehmen zur Steigerung ihrer Energieeffizienz verpflichtet. Das adelphi research Projekt Audit2Measure hilft dabei, solche Maßnahmen in sechs EU-Ländern umzusetzen, indem Hindernisse identifiziert und bewährte Verfahren gefördert werden.
Zudem arbeitet adelphi research in mehreren Projekten daran, umwelfreundliche Unternehmen durch innovative Finanzierungsansätze zu unterstützen. In Uganda wurden bis Ende des Jahres beispielsweise 206 Unternehmen unterstützt. adelphis Engagement umfasst auch die Entwicklung einer Klimastrategie für das Nilbecken sowie die Unterstützung bei der Akkreditierung beim Green Climate Fund. In Malawi und Sambia arbeitet adelphi research mit KKMU zusammen, um ihre biodiversitätsfreundlichen Geschäftsmodelle auszubauen und ihren Zugang zu grüner Finanzierung zu verbessern. Durch diese Aktivitäten konnte sich in diesem Jahr die landwirtschaftliche Fläche, die Unternehmer*innen verwalten, um 32 Prozent vergrößern.
Für all diese Initiativen braucht es sichere Klimafinanzierung. Im Jahr 2024 hat das nachhaltige Finanzwesen weltweit an Bedeutung gewonnen, mit einem verstärkten Fokus auf das Management klimabezogener Risiken, die Festlegung von Netto-Null-Zielen und die Ausweitung der Klimafinanzierung. adelphi ist aktiv beteiligt und arbeitet mit Finanzinstitutionen an zahlreichen Projekten. So hat die Agence Française de Développement (AFD) über ihre Tochtergesellschaft PROPARCO adelphi beauftragt, Klimaschutzaspekte in die Entscheidungsprozesse und Praktiken von Partnerfinanzinstitutionen zu integrieren. adelphi unterstützt dabei mehrere Banken in Nicaragua, Costa Rica, Tansania, Kenia und Mauritius bei der Entwicklung von Werkzeugen und Richtlinien für das Klimarisikomanagement, dem Aufbau von Kompetenzen im Bereich Klimafinanzierung, der Ausarbeitung von Klimastrategien und der Festlegung von Förderkriterien.
Die Herausforderungen des Jahres 2024, insbesondere im Hinblick auf die Klimakrise und die politische Landschaft, zeigen, dass Zusammenarbeit und Innovation entscheidend sind. Wir sind entschlossen, weiterhin positiv auf die globale Wirtschaft und Politik einzuwirken.