Die menschliche Nutzung des Weltraums nimmt mit bislang beispielloser Geschwindigkeit zu, getrieben durch technologische Fortschritte, zunehmende Kommerzialisierung sowie eine stark wachsende Zahl von Raketenstarts und Satelliten. Der im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellte Trendbericht untersucht, wie sich diese Entwicklungen auf die Umwelt auf der Erde und im Weltraum auswirken. Er zeigt, dass weltraumgestützte Anwendungen, insbesondere die Erdbeobachtung sowie Navigations- und Kommunikationsdienste, wichtige Beiträge zum Klimaschutz und zur umweltpolitischen Entscheidungsfindung leisten können. Gleichzeitig gehen Raumfahrtaktivitäten jedoch mit Emissionen, Ressourcenverbrauch, physischen Belastungen und einem sich zuspitzenden Problem des Weltraumschrotts einher. Ohne die konsequente Anwendung von Nachhaltigkeitsprinzipien und wirksame Governance-Strukturen droht der Weltraum denselben Pfad von Übernutzung und Degradierung einzuschlagen wie andere globale Gemeingüter.
Aufbauend auf der Expertise von adelphi in strategischer Vorausschau, Umweltpolitik und Systemanalyse sowie in Zusammenarbeit mit der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH übersetzt der Bericht komplexe technologische und geopolitische Entwicklungen in klare Implikationen für die Umweltgovernance. Er benennt konkrete Handlungsprioritäten und unterstreicht die Notwendigkeit, den erdnahen Weltraum als endliches und zunehmend belastetes Schutzgut zu behandeln:
Verankerung von Nachhaltigkeits- und Vorsorgeprinzipien in der Weltraumnutzung
Stärkung und Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen
Verbesserung der Nachhaltigkeit von Infrastrukturen und technischen Systemen
Umgang mit Weltraumschrott als zentralem Umweltrisiko