Undercurrents beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen Krieg, zunehmenden klimabedingten Gefahren und Umweltzerstörung im Jemen, die die Sicherheit gefährden und weitere Konflikte, besonders auf lokaler Ebene, anheizen. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Friedensinstitut zeigt die Analyse auf, warum Klima- und Umweltmaßnahmen essenziell für die Konfliktminderung und Friedensprozesse im Jemen sind.
Im Jahr 2024 befindet sich Jemen im zehnten Jahr seines Bürger*innenkriegs. Der Konflikt zwischen der jemenitischen Regierung, Huthi-Kräften und internationalen Stellvertretungen hat eine der schlimmsten humanitären Krisen seit 1945 verursacht. Neben den gewaltsamen Machtkämpfen auf nationaler und regionaler Ebene führen zahlreiche lokale Konflikte jedes Jahr zu erheblichen Verlusten und Zerstörungen. Viele dieser Konflikte drehen sich um den Zugang zu knappen natürlichen Ressourcen wie Wasser und Land – ein Problem, das das Land seit Jahrzehnten belastet. Der Klimawandel und die Umweltfolgen des Krieges verringern die Verfügbarkeit dieser Ressourcen drastisch, untergraben den sozialen Zusammenhalt und schüren Spannungen. Die Analyse zielt darauf ab, die tiefgreifenden Umwelt- und Klimakrisen, die den Bürger*innenkrieg im Jemen begleiten, hervorzuheben und zu zeigen, wie sie den Frieden gefährden.
Erkenntnisse:
Wasser
Der Klimawandel verschärft die ohnehin bestehenden Wasserknappheitsprobleme, während der Bürger*innenkrieg den Zugang zu Wasser weiter einschränkt. Frauen und Mädchen sind besonders betroffen.
Konfliktparteien nutzen Wasserressourcen als Druckmittel, was die Unsicherheit und Konfliktdynamik verstärkt.
Jährlich sterben Tausende aufgrund von Konflikten um Wasserressourcen.
Land
Klimabedingte Wüstenbildung und Überschwemmungen verringern das Ackerland, was zu Konkurrenz und Konflikten unter Landwirt*innen führt.
Die unzureichende Bewältigung der miteinander verflochtenen Probleme von extremen Wetterereignissen, Krieg und Vertreibung lässt diese Herausforderungen anwachsen.
Krieg und Landraub verschärfen die Knappheit an Ackerland und treiben Konflikte weiter voran.
Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit, Klimaanpassung und nachhaltiges Umweltmanagement in Konfliktlösungs- und Friedensprozesse zu integrieren, um Frieden zu fördern. Auf dieser Grundlage bietet sie Empfehlungen für internationale Organisationen, Geldgeber, jemenitische Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen, um gemeinsam gegen Klimawandel, Umweltzerstörung und Konflikte vorzugehen.