In dieser SEI-Briefanalyse werden die diskursiven Dynamiken der Kohlenstoffbindung in Kolumbien und Nigeria unter die Lupe genommen. Die Untersuchung zeigt, wie Narrative rund um die Öl- und Gasproduktion, einschließlich ihrer von den Regierungen zugewiesenen Rollen für Entwicklung, Energiesicherheit, regionalen Einfluss und Energieübergänge, die Abhängigkeit von kohlenstoffreichen Energieträgern verstärken. Viele der zugrunde liegenden Argumente und Konzepte sind oft einseitig, ungenau, veraltet oder stark vereinfacht. Organisationen der Zivilgesellschaft haben die Möglichkeit, diese Erzählungen zu hinterfragen, indem sie die Beweisgrundlage kritisch prüfen, Transparenz in der fossilen Brennstoffproduktion fordern und die Entwicklung fundierter, evidenzbasierter Visionen für eine wohlhabende und gerechte Zukunft ohne fossile Brennstoffe unterstützen. Zudem können sie sich gemeinsam mit Forscher*innen für ambitioniertere Klimapolitik in Ländern stark machen, die weniger abhängig sind und eine größere Fähigkeit haben, sich von der fossilen Brennstoffproduktion zu lösen.