Die Welt verliert mit alarmierender Geschwindigkeit wildlebende Arten und Ökosysteme - Europa ist keine Ausnahme. Die biologische Vielfalt ist die Grundlage für funktionierende Ökosysteme, die lebenswichtige Güter und Dienstleistungen für Menschen und alle anderen Lebewesen bereitstellen. Deshalb müssen wir den Verlust an biologischer Vielfalt in absehbarer Zeit umkehren. Hierzu bedarf es transformativen Wandels. Doch wie genau sieht dieser aus? Und wie können wir unsere Gesellschaft dorthin steuern, in einer Weise, die sowohl der Artenvielfalt als auch der Gesellschaft als Ganzes nutzt?
GoDigiBioS addressiert dazu die zugrundeliegenden indirekten Treiber des Biodiversitätsverlustes, wie Konsummuster, Normen und Werte. Das Projekt folgt dabei vor allem der Strategie der doppelten Entkopplung: einerseits die Entkopplung des Konsums von der Übernutzung natürlicher Ressourcen und andererseits die Entkopplung der Bedürfnisbefriedigung vom Konsum. Ein solcher Wandel erfordert soziale Innovation und verbesserte systemische Governance-Ansätze. zusätzlich bieten Digitalisierung und neue Technologien das Potenzial, den erhalt der biologischen Vielfalt zu unterstützen und das soziale und wirtschaftliche gesellschaftliche Wohlergehen zu steigern. GoDigiBioS erforscht Wege, wie diese Chancen genutzt und die ebenso vorhandenen negativen Auswirkungen abgemildert werden können.
Insgesamt zielt GoDigiBios darauf ab, einen biodiversitätsrelevanten Wandel hin zu einer naturfreundlichen Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen. Dazu entwickelt das Projekt innovative Governance-Ansätze und Policy Mixes, damit digitale und andere neue Technologien so genutzt werden, dass sie Erhalt und Wiederherstellung der Vielfalt an Arten und Ökosystemen unterstützen und fördern. Konkret wird GoDigiBioS folgende Ergebnisse liefern:
Ein umfassendes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Biodiversität, sozialem und wirtschaftlichem Wohlergehen und technologischer Entwicklung, ergänzt durch neue Erkenntnisse und praktisches Wissen;
Instrumente zur Unterstützung biodiversitätsrelevanter Entscheidungen, allem voran ein gamifiziertes Decision Support Tool;
verbesserte, systemische Politikkombinationen und Governance-Ansätze.
Um dieses Wissen, diese Instrumente und Governance-Ansätze gemeinsam zu erarbeiten, wird GoDigiBioS das Wissen und die Erfahrung von Forscher*innen, Stakeholdern und Bürger:innen aus Transformations-Laboren in vier peri-urbanen Regionen in Europa nutzen. Zusätzlich wendet das Projekt spezifische Ansätze an, um die Skalierbarkeit und Replizierbarkeit der entwickelten Lösungen zu gewährleisten.
adelphi research leitet das Arbeitspaket zur Umsetzung der transdisziplinärer Transformationslabore (T-labs) in den vier peri-urbanen Regionen Llobregat Delta (Spanien), Seeland (Dänemark), Matosinhos (Portugal) und Ruse (Bulgarien). Die Arbeit von adelphi research konzentriert sich insbesondere auf:
Die Durchführung einer partizipativen foresight ("Vorausschau") Studie in Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus den T-Lab-Regionen und Experten, die zukünftige Megatrends der Digitalisierung und aufkommender Technologien sowie deren Auswirkungen auf die Biodiversität und das gesellschaftliche Wohlbefinden untersucht.
Co-Design innovativer Governance-Ansätze, um die positiven Auswirkungen von Digitalisierung und neuer Technologien zu maximieren und die negativen Effekte zu minimieren.
Darüber hinaus wird adelphi research mehrere Fallstudien zu bewährten Praktiken und häufigen Fallstricken in der Governance technologischer Entwicklungen erstellen und eine zusammenfassende, fallübergreifende Analyse unterstützen.