Die globalen Bekleidungslieferketten sind mit einer Reihe von negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen verbunden. Nachhaltige Lösungen zur Verringerung dieser Auswirkungen sind zwar bereits weitgehend bekannt, ihre Umsetzung wird jedoch häufig durch den begrenzten Zugang zu entsprechender Finanzierung behindert. Dies stellt insbesondere für kleine und mittlere Hersteller eine Herausforderung dar. Um diese Lücke zu schließen, unterstützt der Good Fashion Fund (GFF) Investitionen, die darauf abzielen, die Umsetzung innovativer Lösungen in der Lieferkette voranzutreiben. Als Social-Impact-Investor geht das Ziel des Good Fashion Fund über die reine Investition hinaus und kombiniert diese mit einer Unterstützung der Investitionsempfänger im Umsetzungsprozess. Dabei zielt der GGF auch darauf ab bewährte Verfahren und Lösungen weiter zu verbreiten, um so auf breiterer Basis einen positiven Wandel in der gesamten Branche herbeizuführen. Um dies zu erreichen, fördert der Good Fashion Fund insbesondere die Einführung von hochwirksamen disruptiven Technologien und Kreislaufinnovationen in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Während der ersten Phase machten Unternehmen in Bangladesch und Indien von dieser Initiative des GFF Gebrauch.
Da es sich bei den Maßnahmen in erster Linie um langfristige Investitionen handelt, benötigte der Good Fashion Fund einen geeigneten Überwachungs- und Bewertungsrahmen. Der Ansatz sollte sicherstellen, dass die Investitionsstrategien die Entwicklungen innerhalb eines komplexen Systems widerspiegeln und der Fonds seinen beabsichtigten Zweck erfüllt. Ein solches komplexes System ist in der Regel durch eine große Anzahl von interagierenden und voneinander abhängigen Elementen gekennzeichnet, die keiner zentralen Kontrolle unterliegen. In einem solchen Rahmen haben sich herkömmliche Bewertungsansätze als unwirksam erwiesen. Evolutionäre Bewertungsansätze hingegen unterstützen die Entwicklung von Innovationen, um die Anpassung an neu entstehende und dynamische Realitäten in komplexen Umgebungen zu erleichtern.
Experten von GlobalCad und adelphi arbeiteten mit den Investment ManagerInnen des Good Fashion Fund und dessen Stakeholdern zusammen, um einen Monitoring- und Evaluierungsrahmen zu entwerfen, diesen zu testen und zu operationalisieren. Zu den Aufgaben des Expertenteams gehörten u.a. die Ausarbeitung der zugrundeliegenden Theory of Change (TOC), die Entwicklung von Indikatoren und Überwachungsmechanismen sowie die Anleitung des Good Fashion Fund sowie der Investitionsempfänger und Dienstleistungsanbieter bei der Umsetzung des Fonds in den den Zielländern der ersten Phase. Über regelmäßige Feedback- und Reflexionsschleifen wurde der TOC-Ansatz verfeinert und an die sich ändernden Bedingungen vor Ort angepasst. Dazu wurden auch die vierteljährlichen und jährlichen Fortschrittsberichte seitens der Investitionsempfänger ausgewertet, unterstützt durch Diskussion vorort im Rahmen von Firmenbesuchen.