Brände stellen eine große Gefahr für die Landschaft in der Südkaukasusregion dar. Unkontrollierte und unerwünschte Brände sind ein ökologisches, wirtschaftliches, soziales und gesundheitliches Risiko und untergraben daher die Sicherheit der Menschen und ihrer Lebensgrundlagen. Diese Risiken werden mit dem Klimawandel wahrscheinlich zunehmen, da die Temperaturen steigen, die Niederschlagsmengen sich verändern und Hitzewellen und Dürren häufiger und intensiver auftreten – alles Bedingungen, die das Auftreten und die Ausbreitung von Bränden begünstigen.
Angesichts der Tatsache, dass diese Risiken häufig von vielen Gemeinschaften aus verschiedenen Ländern in Grenzregionen getragen werden, ist die Zusammenarbeit für eine ganzheitliche und nachhaltige Bewältigung dieser Risiken von entscheidender Bedeutung.
Ziel dieser Scoping-Studie ist es, den aktuellen Stand des Landschaftsbrandmanagements, der Katastrophenvorsorge bei Waldbränden und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in zwei Pilotgemeinden in Georgien und Armenien zu bewerten. Auf der Grundlage dieser Bewertung werden Ideen für Kooperationsaktivitäten zwischen den Pilotkommunen gesammelt und entwickelt sowie die Voraussetzungen für deren Erfolg ermittelt. Diese Aktivitäten werden wiederum zum Gesamtziel beitragen, die Klimaresilienz zu fördern und klimabedingte Sicherheitsrisiken durch gemeinsames Landschaftsbrandmanagement und die Verringerung des Waldbrandrisikos in Nordarmenien und Südgeorgien zu reduzieren.
Diese Studie baut auf den Ergebnissen des OSZE-adelphi-Berichts „Regional Consultation for the South Caucasus“ für Armenien und Georgien auf, in dem die Katastrophenvorsorge als eine der wichtigsten Prioritäten für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Bewältigung klimabedingter Sicherheitsrisiken in der Region genannt wird. Dieser Bericht ist Teil des Projekts „Strengthening responses to security risks from climate change in South-Eastern Europe, Eastern Europe, the South Caucasus, and Central Asia“ (Stärkung der Reaktionen auf Sicherheitsrisiken durch den Klimawandel in Südosteuropa, Osteuropa, dem Südkaukasus und Zentralasien), das vom Büro des Office of the Co-ordinator of OSCE Economic and Environmental Activities (OCEEA) in Partnerschaft mit adelphi durchgeführt wird. Andorra, Österreich, die Tschechische Republik, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, Polen, Schweden, die Schweiz und die Vereinigten Staaten finanzieren dieses Projekt. Es ist Teil der aktiven Bemühungen der OSZE, ihre Teilnehmerstaaten bei der Umsetzung des OSZE-Ministerratsbeschlusses zum Klimawandel von 2021 zu unterstützen.