Australien und Deutschland zählen im internationalen Vergleich zu den größten Luftfahrtmärkten. Entsprechend entscheidend sind die Klimaziele beider Länder für die weltweiten Anstrengungen zur Emissionsminderung. Die Nutzung von e-SAF, also synthetischem Flugkraftstoff auf Basis von grünem Wasserstoff und nachhaltigen Kohlenstoffquellen, bietet der Luftfahrt eine besonders vielversprechende Möglichkeit zur Dekarbonisierung: Die Ausgangsstoffe sind nahezu unbegrenzt verfügbar und der Kraftstoff kann potenziell klimaneutral eingesetzt werden. Australien bringt beste Voraussetzungen als Produzent und Exporteur von e-SAF mit, während Deutschland und Europa aufgrund ambitionierter Quotenregelungen attraktive Absatzmärkte darstellen.
Die vorliegende Studie beleuchtet verschiedene Produktionswege für e-SAF, die regulatorischen Rahmenbedingungen in Australien, der EU und Deutschland, die Zahlungsbereitschaft in Europa und Deutschland sowie das Potenzial für eine australische Lieferkette. Darüber hinaus gibt sie Empfehlungen, wie bestehende Hürden im Handel zwischen Australien und Europa überwunden werden können. Dazu zählen unter anderem: (1) Rechtssicherheit hinsichtlich der ReFuelEU- und RFNBO-Kriterien, (2) ein klares Signal zum Bedarf an e-SAF-Importen für die deutsche und europäische Luftfahrt, (3) Planungssicherheit für australische Projekte im Hinblick auf industrielle CO2-Quellen, (4) die Stärkung der heimischen Nachfrage in Australien, um die Dekarbonisierung voranzutreiben und die Importabhängigkeit zu reduzieren, (5) Verlässlichkeit für Projekte, die biogenes CO2 nutzen, (6) finanzielle Unterstützung für die Entwicklung neuer Projekte sowie (7) die Sicherstellung ausreichender Mengen günstigen erneuerbaren Stroms.