Nichtwohngebäude (NWG) machen mit etwa 2 Millionen Gebäuden über 10 % des deutschen Gebäudebestandes aus und sind für rund 36 % des Endenergieverbrauchs verantwortlich. Im Vergleich zu Wohngebäuden haben NWG einen deutlich höheren Energieverbrauch und zeichnen sich durch eine große Vielfalt sowohl in ihren Nutzungsprofilen als im Stand ihrer Anlagentechnik – von gering bis hoch technisiert. Trotz der zunehmenden gesetzlichen Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz und dem Messstellenbetriebsgesetz, sind NWG noch selten mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Angesichts des hohen Energieverbrauchs bieten NWG ein bedeutendes unausgeschöpftes Potenzial für die automatisierte Energieoptimierung mittels Energiemanagementsystemen in Verbindung mit intelligenten Messsystemen.
Um dieses Potenzial zu erschließen, beauftragte die Deutsche Energie-Agentur (dena) adelphi consult und das ITG Dresden mit einer umfassenden Potenzialanalyse. Ausgehend von einer theoretischen Abschätzung der Möglichkeiten zur Bedarfsflexibilisierung durch Lastverschiebungen wurden priorisierte NWG-Typen mit den größten Potenzialen identifiziert. Anschließend wurden durch Expert*inneninterviews sowie eine Befragung von Gebäudevertreter*innen wesentliche Faktoren ermittelt, die das realisierbare Potenzial eingrenzen. Ziel der Untersuchungen war es, spezifische NWG-Typen zu identifizieren, die das größte Potenzial aufweisen, und fundierte Empfehlungen für Marktakteur*innen, Gebäudebetreiber*innen und politische Entscheidungsträger*innen zu entwickeln.
Dieses Projekt war die wissenschaftliche Begleitforschung des 4. SET Hub Pilotprojekts der dena, welches einen KI-basierten Steuerungsalgorithmus für die Gebäudetechnik von NWG entwickelt und umsetzt.