Land- und Walddegradierung in Konfliktgebieten ist ein aufkommendes Anliegen für die globale Gemeinschaft. Weltweit leben etwa 1,8 Milliarden Menschen – über 20 Prozent der Weltbevölkerung – in fragilen, von Konflikten betroffenen Ländern. Die langfristigen negativen Auswirkungen von Konflikten auf Gemeinschaften untergraben deren Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Katastrophen wie extremer Hitze, Dürren und Überschwemmungen. Gleichzeitig ist anhaltender Konflikt eine wesentliche Ursache für die Degradierung natürlicher Ressourcen und der von ihnen bereitgestellten Ökosystemdienstleistungen.
Diese besorgniserregenden Trends haben die Land- und Walddegradierung in Konfliktgebieten zu einem aufkommenden Anliegen für die globale Gemeinschaft gemacht. Das wachsende Interesse an den Verbindungen zwischen Klimawandel, Konfliktprävention und Friedensförderung unter Forscher*innen und in politischen Kreisen, einschließlich des UN-Sicherheitsrats, hat dazu beigetragen. Während jedoch die Wiederherstellung von Land und Ökosystemen als Schlüssel zur Bewältigung der Klimakrise anerkannt wurde, wurde ihrem vielversprechenden – aber noch ungenutzten – Potenzial zur Förderung internationalen Friedens und Zusammenarbeit weniger Aufmerksamkeit geschenkt.
Um diese Lücke zu schließen, wurde adelphi research vom Globalen Mechanismus der UNCCD beauftragt, einen Bericht zu erstellen, der das politische Argument für die Wiederherstellung von Land und Ökosystemen als kraftvollen Weg zu internationalem Frieden und Sicherheit darlegt. Der Bericht ist im Kontext der Peace Forest Initiative (PFI) angesiedelt, einer 2019 ins Leben gerufenen Initiative der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung, die Frieden durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich nachhaltiges Landmanagement in fragilen, von Konflikten betroffenen und Nachkriegsländern fördert.
Der Bericht stützt sich auf die umfangreiche Literatur zu den Verbindungen zwischen Land und Konflikt und ergänzt diese durch direkte Beweise und Erfahrungen aus verschiedenen Regionen und Kontexten weltweit. Er bietet einen Überblick über den Nexus zwischen Land, Frieden und Sicherheit und hebt hervor, wie Naturschutz- und Ökosystemwiederherstellungsmaßnahmen Friedens- und Sicherheitsvorteile bieten können. Insbesondere konzentriert sich der Bericht auf transnationale und regionale Dimensionen, um zu veranschaulichen, wie die Wiederherstellung von Land und Ökosystemen dazu beitragen kann, Gräben nicht nur zwischen Gruppen und Gemeinschaften innerhalb staatlicher Grenzen, sondern auch darüber hinaus zu überbrücken und somit zum internationalen Frieden und zur Stabilität beizutragen.
Konkret zielt der Bericht darauf ab, folgende Fragen zu adressieren:
Welche Verbindungen zwischen Landdegradierung, Konflikt und Unsicherheit sind in transnationalen Geografien zwischen Ländern und Gesellschaften am relevantesten?
Was sind die Schlüsselfaktoren, die Initiativen zur Landwiederherstellung und Waldkonservierung dazu befähigen, grenzüberschreitende Kooperationen zu fördern und positive Friedensauswirkungen zu erzielen, insbesondere in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten (FCAS)?
Wie sieht die aktuelle Finanzierungslage für grenzüberschreitende Initiativen zur Land- und Ökosystemwiederherstellung aus, und wo bestehen wesentliche Lücken in Bezug auf die Förderung von Frieden und Sicherheitsprioritäten?
Was sind die entscheidenden nächsten Schritte, um die Agenda des Land-Frieden-Sicherheits-Nexus weiter voranzutreiben und sie im globalen Sicherheitsbereich in den Mittelpunkt zu rücken?
Obwohl global angelegt, fokussierte sich der Bericht auf die Prioritätsregionen der PFI, um Herausforderungen und Chancen für land- und ökosystembasierte Ansätze zur Förderung von Frieden und Sicherheit dort zu identifizieren. Die Analyse verfolgte einen intersektionalen Ansatz – sensibel für Geschlecht, Alter, sozioökonomischen Status und andere Schlüsselfaktoren –, um sicherzustellen, dass die unterschiedlichen Risiken und Chancen zur Resilienzentwicklung, denen verschiedene Mitglieder der Gesellschaft ausgesetzt sind, berücksichtigt wurden.
Der Forschungsprozess wurde durch die Schaffung einer „Community of Experts“ unterstützt und gestärkt, die aus relevanten Akteuren mit Erfahrung in den Themen des Berichts bestand, einschließlich UN-Einheiten und internationalen Nichtregierungsorganisationen. Diese wurden in die Forschungsaktivitäten durch Interviews, zwei Online-Webinare und einen persönlichen Workshop (organisiert und moderiert von adelphi research) einbezogen, was ihnen erlaubte, ihr Fachwissen zu teilen und die Ergebnisse der Studie zu validieren.
Der Bericht wurde auf der 16. Konferenz der Vertragsparteien der UNCCD, die am 4. Dezember 2024 in Riad, Saudi-Arabien stattfand, in einer von adelphi research in Partnerschaft mit der UNCCD und der UN-Abteilung für politische Angelegenheiten und Friedenskonsolidierung organisierten Veranstaltung vorgestellt. Die Ergebnisse wurden zudem bei anderen relevanten Veranstaltungen wie der Berliner Klima- und Sicherheitskonferenz 2024 und der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 kommuniziert.
Vollständiger Projekttitel
Ausführlicher Projekttitel
Land for Peace: Opportunities for the Peace Forest Initiative