Die europäischen Mitgliedstaaten müssen jetzt handeln, wenn sie erhebliche Effizienzsteigerungen beim Verpackungsrecycling erzielen wollen. Eine neue Studie von adelphi hat ergeben, dass Länder höhere Recyclingquoten kosteneffizienter erreichen können, wenn die Systeme zur Herstellerverantwortung auf vier konkreten Gestaltungmerkmalen basieren: operative Verantwortung, Materialverantwortung, vollständige Kostendeckung durch die Hersteller und unabhängige Aufsicht. Dies geschieht zu einer Zeit, zu der in der Europäischen Union jährlich rund 80 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle anfallen.
Das Design bestimmt das Ergebnis. Systeme, in denen Producer Responsibility Organisations (PROs) den gesamten Prozess steuern und die Materialströme kontrollieren, erzielen durchweg höhere Recyclingraten und geringere Beteiligungskosten.
Deutschland erreicht für Haushaltskunststoffe eine gewichtete Recyclingrate von 76,1 %, wenn bepfandetes PET berücksichtigt wird (zweithöchster Wert Belgien mit 60,8%); Belgien erreicht 97,8 % für Glas (Deutschland 88,5%), was zeigt, dass eine starke Governance unter verschiedenen Marktbedingungen starke Ergebnisse liefern kann.
Wettbewerbliche Systeme auf nationaler Ebene steigern Effizienz und Innovation. Belege aus dem EU-Vergleich zeigen, dass Wettbewerb die Leistung steigert, wenn PROs zugleich operative, materielle und finanzielle Verantwortung tragen.
Jetzt ist die Zeit zu handeln. Die Entscheidungen der PPWR/CEA in den Jahren 2025–26 (Aufsicht, Rollenverteilung, Ausschreibungen, Ökomodulation, Wechselwirkung zwischen Pfand und EPR, Daten und Audits, Bekämpfung von Trittbrettfahrern) werden die Leistung und Kostenstrukturen für Jahre prägen.
Die Analyse des Haushaltsverpackungsrecyclings in acht EU-Mitgliedstaaten zeigt, dass Governance-Entscheidungen die stärksten Prädiktoren für Leistung und Preiseffizienz sind. In Systemen, die eine konsequente Herstellerverantwortung mit reguliertem Wettbewerb kombinieren, verbessern sich die Ergebnisse durch Kostendruck und kontinuierliche Optimierung weiter.
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Verantwortlichkeit bildet das Fundament, Wettbewerb wirkt als Beschleuniger. Wenn PROs die operative Kontrolle und die Steuerung der Materialströme übernehmen, können Länder höhere Recyclingquoten pro investiertem Euro erzielen.
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Ab 2026 wird die EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) verbindlich. Die Mitgliedstaaten stehen nun vor Umsetzungsentscheidungen, die die Recyclingleistung und die Systemkosten für das nächste Jahrzehnt festlegen werden.
Parallel dazu bieten die bevorstehenden Prozesse zur Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (CEA) auf nationaler Ebene den rechtlichen Rahmen, um die nationalen Vorschriften an die PPWR anzupassen und die vier Gestaltungsmerkmale zu kodifizieren, die laut der Studie entscheidend sind.
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