Brasilien sieht sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, bei denen Klimawandel, Umweltzerstörung und menschliche Sicherheit unmittelbar miteinander verbunden sind. Dieser Leitfaden basiert auf den Diskussionen der Berlin Climate and Security Conference in Rio de Janeiro (BCSC-Rio) und vereint Erkenntnisse lokaler und internationaler Expert*innen und Praktiker*innen. Er hebt die dringendsten Klima- und Sicherheitsprobleme des Landes, seine Führungsrolle und Möglichkeiten für internationale Zusammenarbeit hervor.
Brasilien und die gesamte Region Lateinamerika und Karibik (LAC) sehen sich erheblichen Herausforderungen an der Schnittstelle von Klima, Frieden und Sicherheit (CPS) gegenüber. Das Land ist von extremen Wetterereignissen wie schweren Überschwemmungen und Dürren betroffen, die zu Migration und Vertreibung sowie zum Verlust der Lebensgrundlagen führen. Entwaldung und Brände tragen zusätzlich zum globalen Klimawandel bei und bedrohen durch die gewaltsame Eskalation von Landkonflikten die Lebensgrundlagen traditioneller Gemeinschaften.
Das Land leidet unter hohen Kriminalitätsraten und organisierten Verbrecherbanden. In den letzten Jahren haben diese illegalen Gruppen ihre Aktivitäten in Biodiversitäts-Hotspots wie dem Amazonasgebiet verstärkt. Dort betreiben sie unter anderem illegalen Bergbau und Holzeinschlag. Dadurch bedrohen sie Ökosysteme und erhöhen die Gefährdung bereits vulnerabler Gruppen.
Brasilien spielt seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in den Diskussionen um den Klimawandel in internationalen Foren. In diesem südamerikanischen Land wurden während des Erdgipfels in Rio de Janeiro im Jahr 1992 die drei Rio-Konventionen verabschiedet. Seitdem spielt das Land eine aktive Rolle bei den COP-Verhandlungen und war Gastgeber der COP30 der UNFCCC in der am Amazonas gelegenen Stadt Belém.
Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel, lokal orientierte Lösungen zu entwickeln, wurde im Juni 2025 am Rande der XXII. Forte International Security Conference in Rio de Janeiro eine regionale Ausgabe der Berlin Climate and Security Conference (BCSC) organisiert. Die BCSC-Rio ist eine gemeinsame Initiative von adelphi global, dem Auswärtigen Amt, dem Igarapé-Institut und der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Dieser Leitfaden bietet einen Überblick über die Diskussionen, die auf der BCSC-Rio geführt wurden und hebt die wichtigsten Erkenntnisse sowie zukünftige Handlungswege hervor. Darüber hinaus werden die nächsten Schritte beschrieben, die erforderlich sind, um diese Initiativen voranzutreiben.
Die wichtigsten Erkenntnisse sind:
Brasilien hat sich in der Vergangenheit skeptisch gegenüber der CPS-Agenda gezeigt. Dennoch besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass CPS-Themen real und dringlich sind.
Die Zusammenarbeit mit Brasilien im Bereich CPS erfordert ein Verständnis der lokalen Prioritäten sowie die Einigung auf geeignete Foren für die Zusammenarbeit.
Umweltkriminalität hat schwerwiegende Auswirkungen auf die CO₂-Emissionen und die Sicherheit der Menschen. Ihre Bekämpfung erfordert eine transnationale Zusammenarbeit zwischen den produzierenden Ländern, den Abnehmermärkten und multinationalen Unternehmen.
Die Stärkung gefährdeter Gemeinschaften durch den Schutz von Landrechten, die Ausweitung nachhaltiger Lebensgrundlagen und die Gewährleistung der Sicherheit von Umweltschützern ist für die Bewältigung von Klima- und Sicherheitsrisiken von entscheidender Bedeutung.
Die Förderung resilienter, lokal verankerter Lösungen ist entscheidend, um die Kluft zwischen internationalen Rahmenwerken und den Realitäten vor Ort zu überbrücken.