Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Das rasante Wachstum und die Urbanisierung in afrikanischen Städten setzen die grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen, insbesondere im Bereich Sanitärversorgung und Abfallmanagement, weiterhin stark unter Druck. Besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen – allen voran Frauen und Kinder – haben oft keinen Zugang zu sicheren und inklusiven Sanitärlösungen. Dies beeinträchtigt nicht nur die öffentliche Gesundheit, sondern erschwert auch den sozialen Zusammenhalt, die Gleichstellung der Geschlechter und die Klimaresilienz. Um diesen dringenden Herausforderungen zu begegnen, sind innovative, dezentralisierte Ansätze und gestärkte lokale Kapazitäten für eine nachhaltige Stadtentwicklung unerlässlich.
Vor diesem Hintergrund verfolgte das Regionalprojekt Afrika – finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und umgesetzt von BORDA (Bremen Overseas Research & Development Association) – das Ziel, die grundlegende Sanitärversorgung zu verbessern und lebenswerte, inklusive Städte in zehn urbanen Gemeinden in Tansania (Sansibar, Korogwe), Sambia (Lusaka, Choma), Mali (Bamako, Ségou, Bougouni) und Südafrika (Durban) zu gestalten. Seit 2016 stärkte das Projekt lokale und nationale Akteure darin, dezentrale Sanitärdienstleistungen bereitzustellen, soziale Strukturen zu festigen und benachteiligte Gruppen gezielt zu unterstützen. Neben den direkt Begünstigten in besonders vulnerablen Stadtteilen profitierten auch Kommunalverwaltungen, Bildungseinrichtungen, Fachbehörden und zivilgesellschaftliche Organisationen vom Projekt, wodurch eine breite und nachhaltige Wirkung erzielt wurde.
adelphi wurde mit der unabhängigen externen Evaluierung der dritten Projektphase (2022–2024) beauftragt. Die Aufgaben von adelphi umfassten eine umfassende Überprüfung der Theory of Change, Feldarbeit in allen vier Ländern sowie eine fundierte qualitative und quantitative Analyse gemäß den OECD-DAC-Kriterien – mit besonderem Fokus auf Gender, soziale Inklusion und Klimaresilienz. Durch einen partizipativen Ansatz und den Einsatz verschiedener Methoden – darunter Stakeholder-Interviews, Fokusgruppen und Vor-Ort-Inspektionen – lieferte adelphi praxisnahe Erkenntnisse und Empfehlungen. Diese Ergebnisse und Lernerfahrungen dienen nun als Grundlage für zukünftige Strategien für wirksame, gerechte und klimaresiliente Sanitärlösungen in Afrika.