Das südliche Afrika ist eine der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen der Welt sind. Die Länder im südlichen Afrika sind stark von klimasensiblen Sektoren wie Landwirtschaft, Tourismus, Fischerei und Forstwirtschaft abhängig; deshalb führen Klimawandelfolgen wie steigende Temperaturen oder häufigere extreme Wetterereignisse zu zahlreichen Herausforderungen. In den überwiegend wirtschaftlich schwachen Ländern wirken sie sich nachteilig auf die Nahrungsmittelproduktion, den Zugang zu Wasser und den Lebensunterhalt vulnerabler Bevölkerungsgruppen aus – was insgesamt zu einem Kreislauf von Ernährungsunsicherheit und Unterernährung führt. Ökologisch und sozial nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind gut positioniert, um zur Resilienz dieser Länder beizutragen, denn sie bieten marktbasierte Lösungen an, die der lokalen Bevölkerung helfen, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Während die von nachhaltig wirtschaftenden Kleinst-, Klein- und mittelständischen Unternehmen (KKMU) entwickelten Lösungen häufig agiler und innovativer sind als die von größeren Unternehmen und sich daher gut eignen, die Anpassung an den Klimawandel wirksam zu beschleunigen, stehen kleine und wachsende Unternehmen beim Aufbau und der Skalierung ihrer Geschäftsmodelle vor vielen Schwierigkeiten. Dazu zählen sowohl interne (z.B. mangelnde Fähigkeiten im Bereich Unternehmensführung oder Finanzen) als auch externe Faktoren wie ein mangelnder Zugang zu Technologie, Wissen, Märkten oder Finanzierung.
Vor diesem Hintergrund unterstützte adelphi im Rahmen des SEED-Programms nachhaltig wirtschaftende kleine und wachsende Unternehmen im Bereich Klimaanpassung in Malawi, Sambia und Botswana, um die Resilienz der lokalen Bevölkerung in den drei Zielländern zu stärken. Die Regierungsbehörde des belgischen Bundesstaats Flandern, ein enger Partner von SEED, finanzierte dieses Projekt. Aufbauend auf der langjährigen Erfahrung von SEED, das nachhaltig wirtschaftende Unternehmen im südlichen Afrika und darüber hinaus bereits seit 2002 erfolgreich fördert, verfolgte das Projekt einen holistischen Ansatz: Es unterstützte nicht nur Unternehmen in verschiedenen Stadien der Geschäftsentwicklung direkt, sondern kombinierte dies mit innovativen Formaten, die das Ökosystem dieser Unternehmen stärken. Die Programme zur direkten Unterstützung reichten von der Ideenentwicklung zu Geschäftsmodellen im Frühstadium bis hin zur Identifizierung erfolgreicher, innovativer und lokal geführter Unternehmen im Anpassungsbereich und deren Beratung hinsichtlich Skalierung und Investitionsreife. Die Aktivitäten zur Stärkung des Ökosystems zielten darauf, durch lokale Inkubatoren Kapazitäten zur Geschäftsentwicklungsberatung im Anpassungsbereich auszubauen, sowie auf die Einführung innovativer Ökosystemlösungen, die nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zur Anpassung an den Klimawandel stärken. Über spezifische Austauschformate wurden Interessengruppen des Ökosystems zusammengebracht, um Peer-Learning und Synergien zu fördern. Außerdem wurde das Potenzial ökologisch und sozial wirtschaftender Unternehmen im Anpassungsbereich in einer Reihe von Fallstudien aufgezeigt, um evidenzbasierte Empfehlungen zur Stärkung des Ökosystems zu entwickeln.
adelphi ist Projektträger von SEED. In dieser Funktion übernahm adelphi's Team das gesamte Projektmanagement und setzte alle Aktivitäten im Projekt um.