Der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt sind zwei eng miteinander verwobene, globale Krisen, die sich wechselseitig beeinflussen und gemeinsam adressiert werden müssen. Durch naturbasierte Lösungen können Klimaschutz und Klimafolgenanpassung mit dem Erhalt von Biodiversität und Ökosystemen verbunden werden. Zu solchen naturbasierten Lösungen gehört beispielsweise der Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, darunter Flüsse mit ihren Auen und Küsten, die nicht nur zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten, sondern auch Kohlenstoff binden, zum Hochwasser- bzw. Küstenschutz beitragen sowie viele weitere Ökosystemleistungen bereitstellen.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) veranstaltet seit 2011 in Kooperation mit dem Netzwerk Europäischer Naturschutzbehörden (ENCA-Network) eine Konferenzreihe mit dem Titel „Europäische Fachkonferenz zu Biodiversität und Klimawandel“, in der ausgewählte Schwerpunkte des Themenkomplexes mit europäischen Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis diskutiert und weiterentwickelt werden. Dabei steht neben dem fachlichen Austausch und der europaweiten Vernetzung einschlägiger Expert*innen auch die Stärkung der „Science-Policy-Praxis Interface“ sowie die Politikrelevanz und der Anwendungsbezug der Ergebnisse im Vordergrund. Ein übergeordnetes Ziel der Konferenzreihe ist es, dazu beizutragen, dass Biodiversitätsschutz und Klimawandel auf europäischer Ebene verstärkt zusammengedacht und zusammen behandelt werden.
Aufgrund ihrer großen, aktuellen Bedeutung im Kontext Biodiversität und Klimawandel hat sich die fünfte Konferenz der o. g. Reihe mit der Rolle von Feuchtgebieten, speziell Fluss- und Küstenfeuchtgebieten für die Klimaanpassung, den Klimaschutz und die Erhaltung der biologischen Vielfalt befassen befasst. Im Austausch mit europäischen Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis soll dieses Thema gemeinsam weiterentwickelt werden, indem interaktiv Handlungsempfehlungen für die Politik und internationale Naturschutzrichtlinien formuliert und festgehalten worden sind. adelphi war für die praktische Organisation der Konferenz verantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit dem BfN und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ wurde ein interessantes Programm und ein thematischer Austausch organisiert. Dies floss in Empfehlungen des ENCA-Netzwerks (European Network of Heads of Nature Conservation Agencies) ein, die sich an Akteure aus Politik, Wissenschaft und Praxis an der Schnittstelle von Biodiversität und Klimawandel richteten. Im Anschluss an die Konferenz gab das Projektteam eine Sonderausgabe von „Nature Conservation: Wetlands in a Changing Climate: Restoring Coasts and Floodplains“ heraus, in der die Standpunkte von Politik, Praxis und Wissenschaft zusammengeführt werden.