Regulierung, Bewertung und öffentlicher Diskurs von Geoengineering-Eingriffen

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Die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen und als Ziel festzuschreiben, war ein Durchbruch der Klimaverhandlungen von Cancun 2010, doch mangelt es an politischem Willen zur Durchsetzung. Nach aktuellem Stand rechnen Experten mit einer Überschreitung des 2-Grad-Ziels. In den letzten Jahren hat daher die Debatte um Climate Engineering (CE) – beziehungsweise Geoengineering – an Momentum gewonnen. Die mit Climate Engineering einhergehenden Risiken und möglichen nicht intendierten Folgewirkungen lassen sich aktuell kaum abschätzen. Wie auch der Klimawandel könnte es zudem eine Umverteilung von Lebenschancen je nach angewandter Methode nach sich ziehen. Abgesehen von den damit aufgeworfenen ethischen Fragen, ergibt sich erhebliches grenzüberschreitendes Konfliktpotential. Entsprechend stellt sich grundsätzlich die Frage, inwiefern es gesellschaftlich wünschenswert ist, Forschung im Bereich CE voranzutreiben. Letztere ist umso wichtiger, da bereits Feldexperimente Risiken mit sich bringen. Das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Bundestag (TAB) beauftragte eine vom Kiel Earth Institute geführte Expertengruppe, ein Gutachten zu verschiedenen Aspekten von Climate Engineering zu erstellen. Die Schwerpunkte des Gutachtens lagen auf den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Risikobewertung sowie der Analyse des öffentlichen und politischen Diskurses zum Thema. adelphi trug insbesondere zu den Perspektiven und Positionen ausgewählter Schwellen- und Entwicklungsländer vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte bei.