Einzelprojektevaluierungen der Internationalen Klimaschutzinitiative

HO CHI MINH CITY, VIET NAM- OCT 18, 2016: Awful flooded street at Asian city, crowd of people ride motorcycle wade in water from tide on road, climate change make sea level rise, Vietnam

Klima- und Biodiversitätsschutz gehören zu den Kernaufgaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Seit 2008 finanziert die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU projektbasierte Vorhaben zu diesen Schwerpunkten in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsstaaten. Die IKI zählt zu den wichtigsten deutschen Klimafinanzierungsinstrumenten und umfasst seit Beginn mehr als 730 Projekte weltweit mit einem Budget von über 3,9 Milliarden Euro (Stand Dezember 2019). Sie arbeitet im Rahmen der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) und der Convention on Biological Diversity (CBD). IKI-Projekte fokussieren sich auf vier wesentliche Finanzierungbereiche: Minderung von Treibhausgasen, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken (mit Schwerpunkt auf Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD+)) und der Schutz biologischer Vielfalt. Die Projekte werden von verschiedenen Organisationen durchgeführt, darunter die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), die KfW Entwicklungsbank, multilaterale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN), Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Forschungsinstitute, Stiftungen oder private Unternehmen. Finanzielle Mittel stammten zu Beginn aus Versteigerungserlösen des Emissionshandels; später wurden zusätzliche Energie- und Klimafonds sowie Sondermittel bereitgestellt.

Um eine transparente Erfolgskontrolle des Finanzierungsinstruments sicherzustellen und um die IKI zu steuern, finden im Rahmen des Monitorings und der Berichterstattung BMU-unabhängige Evaluierungen der IKI-Projekte statt. Ziel der Evaluierungen ist zum einen, gegenüber dem Deutschen Bundestag Rechenschaft abzulegen, und zum anderen, eine effektive, operative und strategische Programmsteuerung  zu unterstützen und zu verbessern sowie die Wirkmechanismen der IKI inklusive der operativen Erfolgstreiber hervorzuheben. Der Evaluierungsprozess besteht aus zwei Zyklen. Eine erstmalige Evaluierung von 115 IKI-Projekten wurde von Januar 2011 bis Dezember 2012 durchgeführt, um Ergebnisse und Wirkungen dieser Projekte zu bewerten. Eine zweite Evaluierungsphase findet aktuell statt und soll 2021 abgeschlossen werden. In dieser werden von mehreren Auftragnehmenden weitere Projekte evaluiert, die bis Ende 2019 abgeschlossen wurden, um weitreichende Wirkungen systematisch zu untersuchen.

adelphi ist an der zweiten Evaluierungsphase beteiligt und hat den Auftrag, etwa 50 der 175 Einzelprojektevaluierungen durchzuführen, die unserem Konsortium zugewiesen wurden. Darüber hinaus bildet adelphi zusammen mit Arepo Consult das Projektsteuerungskonsortium. Die gesamte Evaluierung findet in Zusammenarbeit mit GOPA Worldwide Consultants, Arepo Consult, Center for Evaluation (CEval) und FAKT Consult for Management, Training and Technologies statt. Auf Grundlage der OECD-DAC-Kriterien, sowie weiteren programmspezifischen Kriterien werden die einzelnen Projekte systematisch evaluiert. Eine Bewertung findet entweder durch eine Desk-Evaluierung mit Hilfe von Dokumenten und Interviews oder durch eine Vor-Ort-Evaluierung statt. Lessons learned des Evaluierungsvorhabens können in Zukunft zu einer besseren Programmplanung und -steuerung des BMU und des IKI-Sekretariats (ZUG) beitragen.