Brücken schlagen für das Klima: Förderung des europaweiten Klimaschutzdialogs (BEACON)

Coimbra, Portugal
Die Europäische Union (EU) hat sich im Rahmen des Pariser Klimaabkommens ambitionierte klima- und energiepolitische Ziele gesetzt. In vielen Ländern Europas stoßen anspruchsvolle Klimaschutzmaßnahmen jedoch nach wie vor auf Skepsis oder gar Ablehnung. Grund dafür ist häufig ein mangelndes Verständnis für die Potenziale des Klimaschutzes oder auch eine durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geschwächte Investitionskraft. Zwar gibt es progressive Akteur*innen, die Klimaschutzmaßnahmen umsetzen und deren Potenziale für sich erkennen, doch damit sich Nachahmer*innen finden und eine nachhaltige Transformation von der lokalen bis zur nationalen Ebene stattfinden kann, muss sich die Anzahl, Reichweite und Sichtbarkeit erfolgreicher Klimaschutzmaßnahmen deutlich erhöhen.

Klimaschutz fördern, europäische Integration stärken

Das Projekt „Bridging European and Local Climate Action – BEACON“ ist Teil der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ins Leben gerufenen Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) und zielte darauf ab, die Akzeptanz und Wirkung von Klimaschutzprojekten in Mittel-, Ost- und Südeuropa zu erhöhen und weitere Maßnahmen zu initiieren. Welche Möglichkeiten gibt es, Energiekosten einzusparen? Wie erhöht nachhaltige Mobilität die Lebensqualität in Städten? Was hat Klimaschutz mit zukunftsorientierter Investitionspolitik zu tun? Durch die Förderung des transnationalen Dialogs zu Fragen wie diesen wurden gute Beispiele in der Klimapolitik bekannter gemacht und somit eine Leuchtturmfunktion („BEACON“) entfaltet. Ziel war es, den Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen – und damit auch der EU-Klimapolitik – greifbar zu machen. Durch die Kooperation und den Erfahrungsaustausch unter Kommunen, nationalen Entscheidungsträger*innen und Bildungseinrichtungen wurden politische, technische und gesellschaftlicher Hemmnisse auf lokaler und nationaler Ebene abgebaut. Nicht zuletzt wurde durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Zusammenhalt innerhalb der EU gestärkt.

Den Wissenstransfer in der EU vorantreiben

adelphi leitete in enger Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen die Zusammenarbeit mit 25 Kommunalverwaltungen aus der Tschechischen Republik, Polen, Rumänien, Griechenland und Portugal, sowie neun deutschen Kommunen. Verschiedene Dialog- und Beratungsformate vermittelten den Kommunen Fachwissen und Know-How:
  • In länderübergreifenden Workshops wurden gute Praktiken des kommunalen Klimaschutzes diskutiert. Durch einen offenen Dialog zu Hemmnissen und Chancen entstanden neue Impulse für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vor Ort.
  • Die individuelle Beratung der 25 europäischen Kommunen ermöglichte eine Vertiefung und Operationalisierung dieses Wissens.
  • Wertvolle Erfahrungen, erprobte Strategien und nachahmenswerte Beispiele aus Deutschland wurden durch die Übersetzung und länderspezifische Anpassung bestehender Leitfäden verfügbar gemacht.
  • Fünf Städtepartnerschaften erhielten die Gelegenheit, Fachwissen auszutauschen und gemeinsame Projekte zu entwickeln, wobei sie durch Expert*innen im Rahmen einer Eins-zu-Eins-Beratung unterstützt wurden.
  • Zwei europäische Kommunen-Konferenzen (2019 und 2021) dienten der Präsentation erster Projektergebnisse, vor allem aber als Inspirationsquelle und Plattform für die transeuropäische Vernetzung in kollegialer Atmosphäre.

Zudem hat adelphi gemeinsam mit Guidehouse erfolgreiche nationale Klimaschutzinstrumente in den Sektoren außerhalb des Emissionshandels (Transport, Gebäude, Landwirtschaft, Abfall, kleine Industrieanlagen) identifiziert und analysiert. Ziel war es, die gewonnenen Erkenntnisse in die Gestaltung der mittelfristigen Klimastrategien und -politiken Deutschlands und weiterer EU-Mitgliedstaaten einfließen zu lassen und damit das gegenseitige Lernen innerhalb der EU zum Thema Klimaschutz voranzutreiben.

Publikationen des Projekts