Leitbild für deutsche Entwicklungszusammenarbeit: Die „lebenswerte Stadt“ von morgen

Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich mehr als zwei Drittel der Menschheit Stadtbewohner*innen sein. Heute bereits leben rund 24 Prozent der Weltbevölkerung in Städten mit mehr als einer Million Einwohner*innen. Zudem wird angenommen, dass 60 Prozent der Infrastruktur erst noch gebaut werden müssen, um bis 2050 alle Stadtbewohner*innen zu beherbergen und zu versorgen. Da Städte für fast 70 Prozent der globalen klimaschädlichen Emissionen verantwortlich sind, kommt ihnen eine hohe Verantwortung für die Erreichung der Klimaschutzziele zu. Zugleich haben Städte das Potenzial, einen entscheidenden Beitrag für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz zu leisten.

Angesichts der weltweit rasanten Urbanisierung und ihrer Auswirkungen auf Gemeinden, Städte, Wirtschaft, Politik und Klimakrise stellen sich folgende Fragen: Wie sieht die lebenswerte Stadt von morgen aus? Wie funktioniert nachhaltige, sozialgerechte und resiliente Stadtplanung im 21. Jahrhundert? Und wie lässt sich der globale Megatrend der Urbanisierung vorausschauend und klimafreundlich gestalten?

Politische Leitbilder können notwendige gesellschaftliche Veränderungen unterstützen und forcieren. Denn sie ermöglichen Vorstellungen einer erwünschten beziehungsweise wünschenswerten und prinzipiell realisierbaren Zukunft. Aus diesem Grund nutzen BMZ und GIZ Leitbilder nachhaltiger Stadtentwicklung für Programme, Politikberatung und Projekte der internationalen Zusammenarbeit. Gleichzeitig werden diese Stadtnarrative zur Positionierung in internationalen Verhandlungen sowie in der politischen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit verwendet, um gesellschaftliche Debatten über die Zukunft der Städte anzustoßen.

Im Rahmen dieses Projekts beriet und unterstützte adelphi die GIZ im „Sektorvorhaben Stadt“ und das BMZ bei der Definition und Ausformulierung, der Kommunikation sowie der Nutzung eines Leitbildes „Lebenswerte Stadt“. Städte werden hierbei gleichermaßen als Gestaltungsakteur*innen im Rahmen einer ambitionierten sozial-ökologischen Transformation (entlang der Agenda 2030 und Pariser Klimaziele) und konzeptionell als soziale Systeme verstanden. Darüber hinaus wirkte adelphi bei der Erstellung eines Positionspapieres und Kommunikationskonzepts zu nachhaltiger Stadtentwicklung und Urbanisierung mit. Diese wurden im Rahmen politischer Veranstaltungen öffentlichkeitswirksam vorgestellt und diskutiert.